Zum Saisonausklang der Schachverbandswettkämpfe avancierte das Pflichtspiel für das Bad Königer Spitzenteam des SC Springer aufgrund des gesicherten Klassenerhalts zum Kürlauf.

Der kurstädter Bezirksligist empfing mit Schafo Darmstadt 3 den ambitionierten Aufsteiger, doch dessen geänderter Aufstellung relativierte sich die Favoritenrolle. Auch die Kurstädter hatten Spielerausfälle zu beklagen und traten mit einem Reservistenteam an, dennoch hatten sie bei der Begegnung mit 3 : 5 das Nachsehen.

Während des Wettkampfverlaufs stand bereits im Frühstadium das erste Spielergebnis zu Buche, nachdem der Bad Königer Akteur an Brett 8 eine Figur einstellte und zur Partieaufgabe veranlaßte. Für die Gastgeber kam es in der Folge gar zum Doppelschlag durch Niederlage an Tisch 5. Im Gegenzug verzeichneten die Kurstädter sogleich den Anschlußzähler. Reiner Messer (3) machte nach wenigen Zügen aus der sizilianischen Eröffnung gleich Druck auf die gegnerische Stellung und erbeutete aus dem Figurenabtausch einen Bauer. Die Entwicklung vernachlässigend sorgte er mit kompromisslosem Angriffsspiel  in Kalmbachs Reihen für Unruhe. Aus einer Mehrfachbedrohung war für seinen Widerpart ein zusätzlicher Bauerverlust das geringere Übel. Als probates Mittel erwies sich für den Darmstädter die rückständigen Figuren seines Rivalen daran zu hindern ins Spielgeschehen eingreifen zu können. Die Auflösung der Blockadefiguren zog für Kalmbach in der Summe den dritten Minusbauer nach sich und dieses Umstandes auf die Partiefortsetzung zu verzichten.

Mit dem nächsten Brettergebnis hatte der eine Punkt Differenz noch Bestand, da es bei dem Match keinen Gewinner gab. Vitali Seifert (4) und Pauli standen sich ihrer Absichten meist gegenseitig auf dem Fuß, sodaß gewinnorientierte Vorgehensweise im Ansatz vereitelt werden konnte.  Somit endete das Gefecht leistungsgemäß remis. Danach erwischte es die Kurstädter einer weiteren Niederlage an Brett 7 zum 1,5 : 3,5.

Wenig Gefangene gab es in der Partie zwischen dem jungen Bad Königer Benedikt Brunner (6) und Finke, da die Akteure vorrangig Schützengräben anlegten. Hinter einer durchgehend verzahnten Bauernkette verschanzten sich die Kontrahenten, wobei sie sich etwaiger Durchbruchsmöglichkeiten gegenseitig außer Kraft setzten. Mit geteiltem Punkt folgte der Friedensschluß zum 2 : 4.

Rechnerisch war ein 4 : 4 noch bedingt möglich, doch an Brett zwei braute sich über dem Bad Königer Denksportler Unheil zusammen, da ihm die Zeitreserven schwanden. Die Aufholjagd gegen die Uhr scheiterte letztlich an ein paar fehlenden Zügen und mündete schließlich durch Zeitüberschreitung in die Niederlage.

Daniel Anton legte am Spitzenbrett eine blitzsaubere Partie gegen Siegert hin. Das Brett buchstäblich unter Strom stehend waren die jeweiligen Aktionen bis auf wenige Atempausen spannungsgeladen. Seinen Doppelbauer aufzulösen und das Zentrum zu stabilisieren kalkulierte der Bad Königer mutig das Qualitätsopfer ein. In der Schlußphase spitzte sich das Treiben zu, als beide Kontrahenten einen Freibauer zur Umwandlung auf den Weg brachten. Von dem Heimspieler clever inszeniert mußte der Darmstädter statt gleichzeitiger Umwandlung seinen Turm für die Dame geben, wogegen sein Rivale das Läuferpaar behauptete und die Partie siegreich zum Abschluß brachte.

Mit dem 8. Tabellenplatz können die Bad Königer für die neue Saison in der Bezirksklasse planen.