Der SC Springer von damals bis heute

"Wer das Schachspiel nicht kennt, ist um einen herrlichen Trost ärmer“ schrieb der unvergessene Kurt Richter.

Als bis Mitte der siebziger Jahre ein paar Schachenthusiasten gelegentliche Zusammenkünfte im Café Hofmann in Bad König zum Schachspielen nutzten, geschah das wohl weniger mit der Absicht sich gegenseitig Trost zu spenden, als vielmehr sich unter Gleichgesinnten diesem faszinierenden Spiel der nahezu grenzenlosen Möglichkeiten zu widmen. Aus deren Reihen ergriff eines Tages Kurgeschäftsführer Olaf Pedersen die Initiative. Er war von dem Gedanken beseelt unter seinen Spielgenossen einen regelmäßigen Schachabend einzuführen, erweitert um den Vorschlag einer eventuellen Vereinsgründung.

Nach gemeinsamen Vorgesprächen fanden sich am 26. August 1975 zur Gründungsversammlung acht wackere und mit Pioniergeist erfüllte Schachfreunde ein. Als Vorsitzende wurde Elisabeth Berg mit 7 Stimmen nebst eigener Enthaltung gewählt und mit gleichem Stimmenverhältnis wurden die einzelnen Vorstandsämter besetzt, wobei die jeweiligen Kandidaten von Doppelfunktionen nicht verschont blieben.

Bei der Namensgebung des Vereins schieden sich jedoch die Geister und vorbei war es mit „einstimmig“ – mit 5 Stimmen und 3 Gegenstimmen wurde der Verein als Schachclub Springer Bad König aus der Taufe gehoben.

Beim Mümlingtalfest im Juni 1976 präsentierte sich der Club mit einem Motivwagen und bald entstand um den Verein ein Magnetfeld, das viele Interessenten anzog. Die Mitgliederzahl wuchs rasch an, vor allem fanden zahlreiche Jugendliche den Weg zum Schachverein. Darüber hinaus konnte sich der SC Springer im Laufe der Zeit durch Neuzugänge personell wie spielerisch verstärken.

1980 stand der Club im Zeichen des Wandels, denn unter den Mitgliedern reifte der Wunsch dem Hessischen Schachverband beizutreten um an organisierten Wettkämpfen teilnehmen zu können. Bisheriges Kräftemessen fand in vereinsinternen Turnieren, Meisterschaften etc. statt, sowie in Freundschaftsspielen mit anderen Schachvereinen. Dem Aufnahmeantrag wurde am 06. September Seitens des Verbands stattgegeben.

Der SC Springer erfüllt die Kriterien der Gemeinnützigkeit und ist seit 1989 eingetragener Verein.

Bei der 25-Jahrfeier würdigte Bürgermeister Weyrich die vorbildliche Jugendarbeit im Breitensport und hob die gesellschaftliche Bedeutung des Schachclubs hervor.

Auch die sportliche Leistung entbehrt des Lobes nicht, denn das Spitzenteam des Clubs legte auf dem Weg bis in die Verbandsliga, der zweithöchsten Spielklasse auf Hessenebene, niemals einen Tanzschulschritt ein – zwei vor einen zurück, - sondern vermochte immer den Verbleib in den jeweils erreichten Spielklassen beharrlich zu verteidigen. Nach einer allerdings vierjährigen Auszeit in der Landesklasse gelang den Clubspielern 2007 der Wiederaufstieg in die Verbandsliga. 2009 avancierte zum Schicksalsjahr des renommierten Vereins. Der erneute Abstieg führte dazu, daß sich das Spitzenteam bis auf einen Aktiven auflöste, sodaß die neu gebildete erste Mannschaft in der Bezirksklasse vor einem Neuanfang stand. 

Gegenwärtig nimmt der SC Springer mit drei Mannschaften am Spielbetrieb teil, die sich auf Bezirksklasse, Kreisklasse B und Kreisklasse D erstrecken.  

Der größte Erfolg seiner nunmehr über 40-jährigen Vereinsgeschichte datiert auf das Jahr 2006, als die Akteure des SC Springer im Wettbewerbsverlauf des Hessischen Vierer-Pokals selbst höherklassige Spielerabordnungen bezwangen und bis ins Finale vordrangen und sich somit für den Deutschen Mannschaftspokal qualifizierten.